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Steuerfachangestellte ausbilden – Lohnt sich ein Azubi für Deine Kanzlei?

Steuerfachangestellte ausbilden – Lohnt sich ein Azubi für Deine Kanzlei?

Du fragst Dich, ob Du einen Auszubildenden in Deiner Kanzlei einstellen sollst? Das ist eine gute Frage. Azubis sind günstiger, aber sie brauchen Anleitung und Zeit. Dieser Artikel zeigt Dir, wann ein Azubi sinnvoll ist – und wie Du ihn richtig anleiten.

Eine gute Ausbildung ist eine Investition in Deine Zukunft. Mit dem richtigen Azubi schaffst Du Dir einen treuen Mitarbeiter – und machst die Steuerkanzlei attraktiver.

Die Vorteile von Auszubildenden

Kostenvorteil

Die Ausbildungsvergütung ist günstiger als ein facharbeit Gehalt:

  • 1. Jahr: ca. 600-800 Euro/Monat
  • 2. Jahr: ca. 700-900 Euro/Monat
  • 3. Jahr: ca. 800-1000 Euro/Monat

Ein fachlich ausgebildeter Mitarbeiter kostet das 3-4fache.

Langfristige Bindung

Ein Azubi, den Du gut ausgebildet hast, wird Dir treu bleiben. Er kennt Deine Kanzlei, Deine Prozesse, Deine Mandanten.

Nach der Ausbildung hast Du sofort einen ausgebildeten Mitarbeiter – ohne teuer recruiting zu müssen.

Kultureller Mehrwert

Junge Menschen bringen neue Perspektiven mit. Und eine Kanzlei mit Auszubildenden wirkt zukunftsorientiert und investierend.

Fachkräftemangel bekämpfen

Die Steuerkanzleien haben einen massiven Nachwuchsmangel. Mit Ausbildung trägst Du zum Fachkräftenachwuchs bei – und profitierst davon.

Die Nachteile und Herausforderungen

Zeitaufwand für Anleitung

Ein Azubi braucht intensive Betreuung:

  • Regelmäßige Anleitung bei Aufgaben
  • Feedback und Korrektionen
  • Möglichkeit zu Fragen stellen
  • Lernphasen in den ersten Monaten

Das kostet Deine Zeit. Wenn Du selbst überlastet bist, ist ein Azubi kontraproduktiv.

Schulische Anforderungen

Azubis sind Schüler. Sie haben:

  • Berufsschule 1-2 Tage pro Woche (Arbeitszeit!)
  • Abschlussprüfungen mit Lernpausen
  • Überbetriebliche Unterweisungen

Das muss in Deine Arbeitsplanung passen.

Kein sofortiger Produktivität

Im ersten Jahr ist ein Azubi nicht produktiv – er lernt nur. Das ist normal und gut, aber es kostet Zeit und Geld.

Risiko der Fluktuation

Nicht alle Azubis bleiben nach der Ausbildung. Manche finden einen besseren Job, manche wollen was anderes machen.

Statistisch werden ca. 70% der Azubis im erlernten Beruf übernommen. 30% gehen.

Die Anforderungen an Ausbilder

Persönliche Anforderungen

Ein guter Ausbilder hat:

  • Geduld und Verständnis für Lernprozesse
  • Klare Kommunikationsfähigkeit
  • Zeit und Kapazität für Anleitung
  • Bereitschaft, zu investieren

Ausbildereignungsprüfung

Formal musst Du die Ausbildereignungsprüfung (AEVO) bestanden haben. Das ist meist eine IHK-Prüfung.

Inhalte:

  • Grundlagen des Ausbildens
  • Planung von Ausbildung
  • Mitwirkung bei der Einstellung
  • Ausbildung selbst durchführen
  • Beendigung von Ausbildung

Die Prüfung kostet ca. 300-500 Euro und Deine Zeit.

Wie Du den richtigen Azubi findest

Anforderungen definieren

Was brauchst Du von einem Azubi?

  • Schulabschluss (üblicherweise Hauptschule oder besser)
  • Zuverlässigkeit und Genauigkeit
  • Interesse am Steuerwesen
  • Motivation und Lernbereitschaft

Wo Du Kandidaten findest

  • IHK Lehrstellenbörse
  • AUBI-plus, Ausbildung.de, Ausbildungsradar
  • Deine Berufsschule vor Ort
  • Agentur für Arbeit
  • Schulen und Karriermessen
  • Dein Netzwerk

Bewerbungsgespräche

Achte auf:

  • Interesse am Beruf (nicht nur: Job)
  • Reife und Zuverlässigkeit
  • Schulische Leistungen und Engagement
  • Wie er/sie mit Kritik und Feedback umgehen kann

Der Ausbildungsvertrag

Ein guter Ausbildungsvertrag regelt:

  • Dauer (3 Jahre für Steuerfachangestellte)
  • Probezeit (1-3 Monate)
  • Arbeitszeit (üblicherweise 40h)
  • Vergütung und Lohnzahlung
  • Urlaub und Schulzeiten
  • Abbruchbedingungen

Muster findest Du bei der IHK oder einem Anwalt.

Ausbildung richtig strukturieren

Ausbildungsplan erstellen

Der Ausbildungsrahmenplan von der IHK gibt vor, was der Azubi lernen muss. Erstelle einen detaillierten Plan:

  • Jahr 1: Grundlagen (Büroanforderungen, Buchhaltungsgrundlagen)
  • Jahr 2: Spezialisierung (Steuererklärungen, Betriebsprüfung)
  • Jahr 3: Vertiefung (Eigenverantwortliche Arbeit, Spezialisierung)

Regelmäßige Betreuung

Ein bewährtes System:

  • Wöchentliches Mentoring mit dem Ausbilder (1-2h)
  • Tägliches Feedback bei Aufgaben
  • Monatliche Reflexionsgespräche
  • Halbjährliche Leistungsbewertung

Vielfältige Aufgaben geben

Der Azubi sollte verschiedene Bereiche der Kanzlei kennenlernen:

  • Büroorganisation
  • Buchhaltung und Belege
  • Steuererklärungen (unter Aufsicht)
  • Mandantenkommunikation
  • Betriebsprüfungen (als Beobachter)

Übernahme nach der Ausbildung

Nach 3 Jahren Ausbildung steht die Frage: Übernehmen oder nicht?

Die Übernahmeentscheidung

Faktoren:

  • Hat der Azubi die Abschlussprüfung bestanden?
  • Passt er fachlich zu Deiner Kanzlei?
  • Passt er kulturell zu Deinem Team?
  • Hast Du Kapazität und Budget für einen weiteren Mitarbeiter?
  • Will der Azubi bleiben?

Übernahmevertrag

Wenn ja, mach einen neuen Arbeitsvertrag:

  • Neues Gehalt (üblicherweise 2000-2500 Euro)
  • Probezeit (üblicherweise 1 Monat)
  • Arbeitszeiten und Anforderungen
  • Perspektive (Entwicklungsmöglichkeiten)

Häufige Fehler bei der Ausbildung

  • Zu viel zu erwarten: Ein Azubi ist kein Facharbeiter
  • Zu wenig Zeit investieren: Das führt zu schlechten Ergebnissen
  • Keine klaren Erwartungen: Der Azubi weiß nicht, was erfolgreich ist
  • Keine Perspektive: Der Azubi fragt sich: Will ich hier bleiben?
  • Schlechte Onboarding: Der erste Eindruck ist entscheidend

Lohnt sich ein Azubi für Deine Kanzlei?

Die Antwort ist: Es kommt drauf an.

  • Ja, wenn: Du Zeit zum Ausbilden hast, mittel- bis langfristig wachsen willst, Strukturen etablieren möchtest
  • Nein, wenn: Du selbst überlastet bist, kurzfristig Entlastung brauchst, keine Ausbilderkapazität hast

Wenn ja, dann ist ein Azubi nicht nur kostengünstig – sondern auch kulturell wertvoll für Deine Kanzlei.

Fazit: Ausbildung ist eine Investition

Ein Azubi kostet Zeit und Geld in den ersten Jahren. Aber er ist eine langfristige Investition in Deine Kanzlei. Mit guter Ausbildung schaffst Du Dir einen loyalen Mitarbeiter und hilfst dem Berufsstand mit Nachwuchs.

Das ist ein Win-Win.

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Hinweis: Die Inhalte dieses Artikels stellen die persönliche Meinung des Autors dar und dienen ausschließlich der allgemeinen Information. Sie ersetzen keine individuelle Steuerberatung, Rechtsberatung oder sonstige fachliche Beratung. Trotz sorgfältiger Recherche übernehmen wir keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der bereitgestellten Informationen. Jede Handlung, die Du auf Grundlage dieser Inhalte vornimmst, erfolgt auf eigene Verantwortung. Für eine verbindliche Einschätzung Deiner individuellen Situation wende Dich bitte an einen Steuerberater oder Rechtsanwalt Deines Vertrauens.Bei der Verwendung verschiedener Tools, solltest Du in jedem Fall das Thema Datenschutz im Blick behalten.
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