Wenn jemand „Steuerberater in meiner Nähe” googelt, erscheint als Erstes das Map-Pack – drei hervorgehobene Kanzleien mit Bewertungen, Öffnungszeiten und Routenplaner. Ob Du dort auftauchst, entscheidet Dein Google Unternehmensprofil. Es ist kostenlos, in 30 Minuten eingerichtet und einer der effektivsten Mandantengewinnungskanäle überhaupt. Hier erfährst Du, wie Du das Maximum herausholst.
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ToggleWarum Dein Google Unternehmensprofil so wichtig ist
Das Google Unternehmensprofil (früher Google My Business) ist Dein digitales Schaufenster in der Google-Suche und auf Google Maps. Für lokale Dienstleister wie Steuerberater ist es oft der allererste Kontaktpunkt mit potenziellen Mandanten – noch vor der eigenen Website.
Wenn jemand „Steuerberater” plus einen Stadtnamen oder „in meiner Nähe” sucht, zeigt Google zuerst das Map-Pack: drei lokale Ergebnisse mit Bewertungen, Entfernung und Kontaktdaten. Über 40 Prozent aller Klicks bei lokalen Suchanfragen gehen auf diese Map-Pack-Ergebnisse. Wer hier nicht auftaucht, verschenkt massiv Potenzial.
Das Beste: Es ist komplett kostenlos. Du brauchst kein Werbebudget, keine Agentur, keine technischen Kenntnisse. Nur 30 Minuten Zeit und die Bereitschaft, Dein Profil sorgfältig auszufüllen.
Profil einrichten – Schritt für Schritt
Falls Du noch kein Google Unternehmensprofil hast, richte es jetzt ein. Gehe auf business.google.com und folge dem Einrichtungsprozess. Du brauchst ein Google-Konto und die Adresse Deiner Kanzlei. Google verifiziert Dein Profil per Postkarte, Telefon oder E-Mail – je nach Verfügbarkeit.
Die wichtigsten Felder:
Unternehmensname. Verwende Deinen offiziellen Kanzleinamen – ohne Keyword-Stuffing. „Steuerberater Max Müller” ist richtig, „Bester Steuerberater München – Max Müller Steuerkanzlei Gründungsberatung” ist falsch und kann zur Sperrung führen.
Kategorie. Wähle „Steuerberater” als primäre Kategorie. Du kannst weitere Kategorien hinzufügen, z.B. „Wirtschaftsprüfer” oder „Unternehmensberatung”, wenn das auf Dich zutrifft.
Adresse und Einzugsgebiet. Trage Deine vollständige Adresse ein. Definiere zusätzlich Dein Einzugsgebiet – die Städte und Regionen, die Du bedienst.
Öffnungszeiten. Halte sie aktuell. Passe sie an Feiertagen und in Urlaubszeiten an. Nichts frustriert potenzielle Mandanten mehr als falsche Öffnungszeiten.
Telefonnummer und Website. Verwende Deine Haupttelefonnummer und die URL Deiner Kanzlei-Website.
Dein Profil optimieren – Die Details machen den Unterschied
Beschreibungstext. Du hast 750 Zeichen, um Deine Kanzlei zu beschreiben. Nutze sie klug: Beschreibe Deine Spezialisierungen, Deine Zielgruppe und was Dich auszeichnet. Baue natürlich relevante Keywords ein – „Steuerberater für Gründer”, „Steuerberatung für Immobilien” – aber schreibe für Menschen, nicht für Google.
Fotos. Profile mit Fotos erhalten 42 Prozent mehr Routenanfragen und 35 Prozent mehr Website-Klicks. Lade professionelle Fotos hoch: Außenansicht der Kanzlei (hilft Google bei der Zuordnung), Innenräume, Teamfotos, Dein Profilbild. Aktualisiere die Fotos regelmäßig.
Leistungen. Liste Deine wichtigsten Leistungen auf: Steuererklärung, Finanzbuchhaltung, Lohnbuchhaltung, Gründungsberatung, Steuergestaltung etc. Jede Leistung kann eine kurze Beschreibung und einen Preis erhalten.
Beiträge. Google erlaubt Dir, regelmäßig Beiträge in Deinem Profil zu veröffentlichen – ähnlich wie Social-Media-Posts. Nutze das für Steuertipps, Hinweise auf Fristen oder Neuigkeiten aus Deiner Kanzlei. Diese Beiträge sind nach sieben Tagen weniger sichtbar, aber sie zeigen Google, dass Dein Profil aktiv ist.
Fragen und Antworten. Jeder kann Fragen zu Deinem Unternehmen stellen. Stelle Dir selbst die häufigsten Fragen und beantworte sie: „Bieten Sie Videoberatung an?”, „Nehmen Sie neue Mandanten an?”, „Was kostet eine Erstberatung?” Das füllt Dein Profil mit relevanten Informationen.
Bewertungen: Der wichtigste Ranking-Faktor
Google-Bewertungen sind der einzelne wichtigste Faktor für Dein lokales Ranking. Kanzleien mit vielen positiven Bewertungen erscheinen weiter oben im Map-Pack – und werden häufiger angeklickt.
So baust Du systematisch Bewertungen auf:
Direkten Link erstellen. Erstelle einen kurzen Link, der direkt zum Bewertungsformular führt. Den findest Du in Deinem Google Unternehmensprofil unter „Kunden um Bewertungen bitten”.
Timing nutzen. Bitte unmittelbar nach einem positiven Erlebnis um eine Bewertung. Nach einer erfolgreichen Steuererklärung, nach einer gelösten Herausforderung, nach einem guten Beratungsgespräch. Sende den Link per E-Mail mit einer kurzen, persönlichen Nachricht.
Auf jede Bewertung antworten. Bedanke Dich für positive Bewertungen persönlich. Reagiere auf negative Bewertungen sachlich und lösungsorientiert – das zeigt Professionalität und kann potenzielle Mandanten sogar überzeugen.
Regelmäßig fragen. Mach es zur Routine: jede Woche einen Mandanten um eine Bewertung bitten. Nach einem Jahr hast Du über 50 Bewertungen – das reicht, um in den meisten Städten im Map-Pack zu erscheinen.
NAP-Konsistenz: Ein oft übersehener Faktor
NAP steht für Name, Address, Phone – und die Konsistenz dieser drei Informationen über das Internet hinweg ist ein wichtiger Local-SEO-Faktor. Wenn Dein Name auf Google „Steuerberater Max Müller” lautet, auf der Website „Steuerkanzlei Müller” und bei Gelbe Seiten „Max Müller, Steuerberater” – dann verwirrt das Google.
Stelle sicher, dass Name, Adresse und Telefonnummer überall identisch sind: auf Deiner Website, auf Google, in Branchenverzeichnissen (Das Örtliche, Gelbe Seiten, 11880), auf Social-Media-Profilen und in allen anderen Online-Einträgen.
Häufige Fehler vermeiden
Profil nicht verifiziert. Ohne Verifizierung hast Du keine Kontrolle über Dein Profil. Führe die Verifizierung so schnell wie möglich durch.
Keine Fotos. Profile ohne Fotos wirken unprofessionell und werden seltener angeklickt. Lade mindestens fünf aktuelle Fotos hoch.
Keine Bewertungen sammeln. Bewertungen kommen selten von allein. Du musst aktiv fragen – sonst sammeln nur unzufriedene Mandanten Bewertungen, was ein verzerrtes Bild ergibt.
Öffnungszeiten nicht aktuell. Falsche Öffnungszeiten führen zu frustrierten Anrufern und signalisieren Google, dass Dein Profil nicht gepflegt wird.
Keyword-Stuffing im Namen. „Steuerberater München Gründungsberatung Immobilien Max Müller” als Unternehmensname führt zur Sperrung. Bleib bei Deinem echten Kanzleinamen.
Dein Google Unternehmensprofil ist ein mächtiges Werkzeug – und es kostet Dich nichts außer etwas Zeit. Wenn Du Hilfe bei der Optimierung brauchst, melde Dich bei uns.
Häufige Fragen zum Google Unternehmensprofil
Ist das Google Unternehmensprofil wirklich kostenlos?
Ja, komplett. Das Erstellen, Verwalten und Optimieren Deines Google Unternehmensprofils ist zu 100 Prozent kostenlos. Google verdient sein Geld mit Ads – das organische Profil kostet Dich nichts.
Wie lange dauert es, bis mein Profil bei Google erscheint?
Nach der Verifizierung (die per Postkarte ein bis zwei Wochen dauern kann) erscheint Dein Profil meist innerhalb weniger Tage. Bis Du im Map-Pack für relevante Suchanfragen erscheinst, können aber Wochen bis Monate vergehen – abhängig von Wettbewerb und Bewertungen.
Wie viele Bewertungen brauche ich?
Es gibt keine feste Zahl, aber als Richtwert: In kleineren Städten reichen 10 bis 20 Bewertungen, um im Map-Pack zu erscheinen. In Großstädten brauchst Du 30 bis 50+. Entscheidend ist auch die Durchschnittsbewertung – unter 4,0 Sternen verlierst Du potenzielle Mandanten.
Was tun bei einer unberechtigten negativen Bewertung?
Du kannst die Bewertung bei Google als unangemessen melden. Google entfernt Bewertungen, die gegen die Richtlinien verstoßen (Spam, Verwechslung, beleidigende Inhalte). Antworte in der Zwischenzeit sachlich und professionell – das zeigt potenziellen Mandanten, wie Du mit Kritik umgehst.
Kann ich mehrere Standorte in einem Profil verwalten?
Nein, jeder Standort braucht ein eigenes Profil. Wenn Du mehrere Büros hast, erstelle für jedes ein separates Google Unternehmensprofil mit der jeweiligen Adresse. So erscheinst Du bei lokalen Suchanfragen in jeder Region.


