Online-Terminbuchung für Steuerberater: Calendly, Microsoft Bookings und Co. im Vergleich. So sparst Du Zeit und machst es Mandanten einfach, Termine zu buchen.
Wie viel Zeit verbringst Du pro Woche damit, Termine zu koordinieren? E-Mail hin, Anruf zurück, „Montag geht leider nicht, wie wäre Mittwoch?”, neuer Vorschlag, wieder absagen – bis ein 30-Minuten-Termin endlich steht, sind zehn Minuten Koordinationsaufwand vergangen. Bei fünf Terminen pro Tag sind das fast eine Stunde am Tag. Ein Online-Terminbuchungstool erledigt das in Sekunden.
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ToggleWie Online-Terminbuchung funktioniert
Das Prinzip ist denkbar einfach: Du definierst Deine verfügbaren Zeiten. Der Mandant oder Interessent öffnet einen Link, sieht Deine freien Slots und bucht direkt einen Termin. Beide bekommen eine Bestätigung per E-Mail, der Termin landet automatisch in Deinem Kalender. Kein Hin und Her, keine Telefonate, kein manuelles Eintragen.
Du platzierst den Buchungslink auf Deiner Website, in Deiner E-Mail-Signatur und auf Deinem LinkedIn-Profil. Potenzielle Mandanten können jederzeit einen Termin buchen – auch abends um 22 Uhr, wenn sie gerade auf Deiner Website sind. Das senkt die Hemmschwelle enorm.
Die besten Tools im Vergleich
| Tool | Preis | Integration | Stärken |
|---|---|---|---|
| Calendly | Ab 0 € (Free), ab 10 €/Monat (Standard) | Google, Outlook, Teams, Zoom | Intuitivstes Tool, perfekt für Einzelkanzleien |
| Microsoft Bookings | In Microsoft 365 Business enthalten | Outlook, Teams nativ | Nahtlose Microsoft-Integration, keine Extrakosten |
| Cal.com | Ab 0 € (Free), ab 12 $/Monat (Team) | Google, Outlook, Zoom | Open Source, Self-Hosting möglich |
| TidyCal | 49 $ einmalig (Lifetime) | Google, Outlook, Zoom | Einmalzahlung statt Abo |
Unsere Empfehlung: Wenn Du bereits Microsoft 365 nutzt, nimm Microsoft Bookings – es ist in Deinem Abo enthalten und integriert sich nahtlos in Outlook und Teams. Für alle anderen ist Calendly die beste Wahl: einfach einzurichten, professionelles Erscheinungsbild und ein brauchbarer Gratisplan für den Start.
Einrichtung in 30 Minuten
Schritt 1: Termintypen definieren
Welche Arten von Terminen bietest Du an? Typisch für Steuerberater: Erstgespräch (30 Minuten, kostenlos), Beratungstermin (60 Minuten), kurze Rückfrage (15 Minuten). Erstelle für jeden Typ einen eigenen Buchungslink mit passender Dauer und Beschreibung.
Schritt 2: Verfügbarkeiten festlegen
Wann bist Du buchbar? Definiere feste Zeitfenster – zum Beispiel Montag bis Donnerstag 9-12 und 14-17 Uhr, Freitag nur vormittags. Lass Pufferzeiten zwischen Terminen (15 Minuten) und blockiere Zeiten, die Du für konzentriertes Arbeiten brauchst. Die meisten Tools synchronisieren sich automatisch mit Deinem Kalender und zeigen nur noch freie Slots an.
Schritt 3: Bestätigungs- und Erinnerungsmails einrichten
Automatische Bestätigung nach der Buchung, Erinnerung 24 Stunden vorher und nochmal eine Stunde vorher. Das reduziert No-Shows drastisch. In Calendly und Bookings ist das in wenigen Klicks erledigt.
Schritt 4: Auf Website und E-Mail-Signatur einbinden
Platziere den Buchungslink als Button auf Deiner Website: „Jetzt Erstgespräch buchen”. Füge ihn in Deine E-Mail-Signatur ein. Und teile ihn in Deiner LinkedIn-Kommunikation. Je sichtbarer der Link, desto mehr Buchungen.
Vorqualifizierung durch Buchungsformulare
Der große Vorteil von Online-Terminbuchung gegenüber einem Telefonanruf: Du kannst Fragen stellen, bevor der Termin stattfindet. Calendly und Bookings erlauben es, dem Buchungsformular Pflichtfelder hinzuzufügen. Sinnvolle Fragen für ein Erstgespräch: Rechtsform, grober Jahresumsatz, aktueller Steuerberater vorhanden, konkretes Anliegen.
So weißt Du vor dem Gespräch, mit wem Du es zu tun hast. Du kannst Dich vorbereiten, die richtigen Unterlagen bereitlegen und das Gespräch von der ersten Minute an produktiv gestalten. Das beeindruckt Mandanten – und spart beiden Seiten Zeit.
Häufig gestellte Fragen
Wirkt Online-Terminbuchung unpersönlich?
Im Gegenteil. Mandanten empfinden es als Service, nicht jemanden anrufen zu müssen. Besonders jüngere Mandanten und Unternehmer bevorzugen die Online-Buchung. Du kannst trotzdem persönlich bleiben – durch individuelle Bestätigungstexte und ein kurzes „Ich freue mich auf unser Gespräch”.
Was mache ich mit Mandanten, die nicht online buchen wollen?
Biete beides an. Der Buchungslink ist ein zusätzlicher Kanal, kein Ersatz. Wer lieber anruft, kann das weiterhin tun. Aber Du wirst feststellen, dass die Mehrheit den Online-Weg bevorzugt, sobald er verfügbar ist.
Wie verhindere ich No-Shows?
Automatische Erinnerungen (24h und 1h vorher) reduzieren No-Shows um 50 bis 70 Prozent. Zusätzlich hilft eine klare Stornierungspolicy: „Bitte sagen Sie mindestens 24 Stunden vorher ab.” Bei kostenpflichtigen Beratungsterminen kannst Du eine Vorauszahlung über das Buchungstool einrichten.
Kann ich die Terminbuchung mit meiner Kanzleisoftware verbinden?
Direkte Integrationen sind noch selten. Über Zapier oder Make.com lassen sich Buchungen aber automatisch in Dein CRM oder Deine Kanban-Boards übertragen. So wird jeder gebuchte Termin automatisch als Aufgabe erfasst.
Was kostet ein gutes Terminbuchungstool?
Für die meisten Kanzleien: nichts. Microsoft Bookings ist im 365-Abo enthalten, Calendly bietet einen brauchbaren Gratisplan. Wer mehr Funktionen will (Team-Kalender, Automatisierungen, Branding), zahlt 10 bis 15 Euro pro Monat. Das ist weniger als der Gegenwert einer halben Stunde Koordinationsaufwand.
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